Warum ich keine Kinder habe

Arno "Dagobert" Funke

Wenden wir uns einem Thema zu, das leider alle angeht und das im Moment auch wieder in Form von dicken Bäuchen, gefüllten Kinderwa-gen und Sommerlochschlag-zeilen dominiert: Kinder, Kinderkriegen, Mütter, Mutterwerdung.

Mein Gott, das wievielte Mal?

Egal.

Warum ich keine Kinder habe?

Es hat nie gepaßt! Erst fehlte mir der Mann, der Richtige, der potente, potentielle Vater, der bleiben sollte, und als ich ihn endlich gefunden hatte, fand ich mich zu alt, jedenfalls zum Kinderkriegen.

Wir haben übrigens zwei Katzen ... nein, ich will damit nicht sagen, daß das dasselbe ist, aber sehr, sehr ähnlich! Dann hätten wir das ja geklärt!

Es ist keine feministische Kinderlosigkeit, keine geplante, kein von Weltschmerz verursachter Verzicht, nichts dergleichen, und ich habe auch keine Angst vor der Einsamkeit der Nichtmutter, weil ich einfach zu oft die Einsamkeit der verlassenen Mütter sehe, nein, es geht mir sogar ganz gut, ohne eigene Kinder. Gut, ich leih¹ mir manchmal eins aus, dann genieß¹ ich es und das Kind wohl auch, und dann geb¹ ich es wieder ab, und es geht mir immer noch gut!

Außerdem habe ich den Vorteil, durch das Nichtbekommenhaben von Nachwuchs auch nichts falsch gemacht zu haben, gemacht haben zu können: Ich trage keine Mitschuld an all diesen fettsüchtigen, asozialen, unkommunikativen, hochbegabten, egozentrischen, markenklamottenkonsumierenden, unhöflichen, emotionsverwirrten kleinen Monstern.

Ich war¹s nicht!

Von Gerburg Jahnke, Missfits


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