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Beim "Heiko, hau ihn um" wackelten Wände Montag, 30. September 2002 LESUNG / Die Kabarettistin Stephanie Überall las zum Schluss der MSV-Ausstellung im Kultur- und Stadthistorischen Museum. Fußball ist Männersport. Etwas anders sieht die Sache aus, wenn Stephanie Überall, die stimmgewaltige Mittelfeldachse der "Missfits", über Fußball liest. Da ist dann plötzlich die Hälfte der rund 150 Zuhörer weiblich. Zum Abschluss der Ausstellung "100 Jahre MSV" machte die Kabarettistin mit dem witzig bis nachdenklichen Monolog eines Ost-Trainers "Leben bis Männer" von Thomas Brussig ("Sonnenallee") aus dem Podium des Kultur- und Stadthistorischen Museums eine Trainerbank. Im Fußball würde man von einer perfekten Verpflichtung sprechen, auch wenn Stephanie Überall einräumte, Probleme mit dem Buchtitel "Leben bis Männer" gehabt zu haben. "Leben, bis Männer Frauen verstehen" hätte ihr besser gefallen. Leidenschaftliches Denken Begeistert hat die bekennende Antifußballerin gleich folgender Satz des Trainers auf dem Bucheinband: "Ich übrigens brülle nicht. Es sieht aus wie Brüllen, aber in Wirklichkeit ist es Denken, und zwar sehr leidenschaftliches Denken." Eben dies ist ihr nicht fremd, wie sie trotz Erkältung nachwies, wenn etwa Brussig seinen Trainer bölken ließ: "Heiko, hau ihn um". Da wa-ckelten die Museumswände.Dieser von Brussig genau gezeichnete Ost-Trainer, ein "Julius Cäsar der Seitenlinie" und Freund klarster Anweisungen hat auch seine stillen, nachdenklichen Momente, wenn er über Stasi, Mauerbau und Schießbefehl nachdenkt. Verstand aus, Enthusiasmus ein Aber dann donnert er sofort wieder los. Sichtlichen Spaß machte der Kabarettistin der Satz über klare Anweisungen: "Bei Kindern ist das keine Kunst. Aber bei Männern funktioniert das auch." Da griente sie wie auch beim Kernsatz über Fußballbegeisterung: "Man muss sogar den Verstand abgeben und einen völlig sinnlosen Enthusiasmus einschalten. Das können Frauen nicht."Sie können aber mitreißend über Fußball lesen, wie das Publikum mit langem Beifall bekundete. (put) |