Missfits unterm Hammer

02.12.2004

LOKALAUSGABE / OBERHAUSEN

ENDE / Die Missfits treten ab. Mit Stil, natürlich, sprich: Mit einer Versteigerung von "Devotionalien" am 4. März, deren Erlös (plus Eintrittsgelder) sie den beiden Oberhausener Hospizen schenken.

Am 4. März ist Schluss. Endgültig. Es wird der letzte allein bestrittene Auftritt der Missfits sein, wie wir sie kennen, definitiv. Und das Beste: Er passiert in Oberhausen. Geplant war das ja eigentlich nicht, die "Letzte Runde", die Gerburg Jahnke und Stephanie Überall seit mehr als einem Jahr durch die Republik drehen, endet am 26. Februar in Hamburg. Und dann? Ja, dann kommen die Missfits untern Hammer, werden "Devotionalien" versteigert - eben am 4. März im Ebertbad: Mit Band, mit den passenden Nummern zu den den Requisiten und Kostümen, die unter den Hammer kommen, mit einem hauptamtlichen Auktionator, der diesen Hammer schwingt, mit bestimmt sehr viel Spaß und für einem richtig guten Zweck. Der komplette Erlös des Abends geht zu gleichen Teilen an das Ambulante Hospiz Oberhausen und das (stationäre) Hospiz St. Vizenz Pallotti, zwei Einrichtungen, die schwer kranke und sterbende Menschen betreuen. Die Eintrittskarten für 22 Euro gehen heute um 10 Uhr in den Vorverkauf.

Es soll das ultimative "Aufwiddersehen" werden, und wer mit ein bisschen Geld kommt, könnte mit der sagenumwobenen Handtasche von Frau Schnick nach Hause gehen. Oder mit einem Lara-Croft-Outfit (Größe 38 und 40. Vielleicht auch 42. Oder so) inklusive Wumme; mit Ablaß-Krauses erstem Turban oder ihrem immer gut gefüllten Flachmann, mit Frau Nölles erstem Tiger-Kostüm, oder gar mit einer veritablen Rettungsinsel, der aus "Frauen und Kinder zuerst" nämlich. 15 gute Stücke aus der 20-jährigen Karriere des Frauenkabarett-Duos sind schon ausgesucht, "aber wir gucken nochmal durch", sagt Stephanie Überall - vielleicht werdens noch mehr.

"Es geht darum, möglichst viel Geld für die Hospize zu sammeln", bringts Missfits-Agentin Jutta Jahnke auf den Punkt. Alle Beteiligten verzichten auf Honorare, das Ebertbad auf die Miete. Die Comediennes haben lange überlegt, wer (neben den Fans) vom allerallerletzten Auftritt profitieren soll. Durch Gespräche kamen sie auf die Hospize. "Wir haben einen Osterfeld-Tag gemacht, haben beide Hospize besucht", sagt Gerburg Jahnke - "und waren total beeindruckt." Von der Arbeit, die dort geleistet wird: Der Verein Ambulantes Hospiz Oberhausen hat mehr als 70 ehrenamtliche HelferInnen, die allein in diesem Jahr schon 127 "Begleitungen" übernommen, schwer- oder todkranke Menschen betreut haben. Das stationäre Hospiz bietet zehn "Gäste"-Zimmer an - dort werden die Sterbenden nicht als Patienten gesehen, sondern als Menschen, deren letzte Tage, Wochen oder Monate mit möglichst viel Lebensqualität gefüllt sein sollen.

So beweisen Jahnke und Überall, dass sie das Thema Tod nicht nur komisch können, sondern auch sehr ernst nehmen. "Für uns schließt sich ein Kreis", sagt Gerburg Jahnke, "über Matta und Lisbett, über Mimi und Hilde", spielt sie auf die grandiosen alten Schachteln der Missfits und die Fernseh-Serie "Der Tod ist kein Beinbruch" an. "Wir haben angefangen mit dem Älterwerden und dann sind wir direkt auf den Tod zugesteuert." Und Stephanie Überall ergänzt: "Das war die logische Konsequenz."

Karten für die "Missfits unterm Hammer" im Ebertbad (Tel: 20 54 024) oder im Internet: www.ebertbad.de; bei der Versteigerung wird der Eintrittspreis verrechnet. Informationen zur Arbeit der Hospize unter Tel: 30 266-0 (stationär) und Tel: 810 11 10 (ambulant).

MONIKA IDEMS

03.12.2004 / LOKALAUSGABE / OBERHAUSEN

Missfits-Abschied rasant ausverkauft. Nur 90 Minuten hats gedauert, da war der Abend "Missfits unterm Hammer" am 4. März im Ebertbad ausverkauft. Es soll, wie berichtet, das ultimative "Aufwiddersehen" werden - mit einer Versteigerung zu Gunsten der beiden Oberhausener Hospize.

 

 


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